
Schnelles Lesen ist kein Selbstzweck – das Ziel lautet vielmehr, „gehirngerecht“ zu lesen. Beim normalen Lesen (meist 200-250 Wörter pro Minute) passen wir die Lesegeschwindigkeit unserer Sprechgeschwindigkeit an – weil wir in der Grundschule zunächst laut gelesen und anschließend das vollständige innere Mitlesen („Subvokalisieren“) verinnerlicht haben. Die „Denkgeschwindigkeit“ des Gehirns ist allerdings eine wesentlich höhere, nämlich um 800-1.000 Wörter pro Minute. Folge: Beim normalen Lesen schaltet unser Gehirn teilweise einfach ab, weil es unterfordert ist. Wir landen dann ganz schnell bei Fragen wie: „Was muss ich sonst noch alles erledigen?“, „Was gibt’s zum Mittagessen?“ oder „Was mache ich heute nach Feierabend?“.
Probieren Sie es einfach mal aus: Wann immer Ihre Gedanken abschweifen – einfach schneller lesen. Sie werden merken, dass Sie fokussierter sind, selbst wenn es am Anfang noch nicht perfekt klappt.
Eine 2014 erschienene Studie der Carnegie Mellon University in Pennsylvania (USA) zeigt anschaulich anhand von fMRT-Studien, dass beim schnellen Lesen vertrauter Texte tatsächlich bestimmte Bereiche des Gehirns stärker genutzt werden: „Fast relative to normal presentation speed resulted in more activation in a frontal-parietal network […]. It is likely that the interaction effect was driven by the activation in familiar texts being greater during the fast presentation. Speed reading also produced more activation in the bilateral inferior occipital lobes.“
Zum Textverständnis heißt es mit Bezug auf eine frühere Studie: „Just and Carpenter (1992) found that trained speed readers showed better speeded comprehension of high-level information than untrained speed readers, but only when the rapid reading was of a text on a familiar topic. Trained speed readers were better able than untrained speed readers to use their previous knowledge to bridge then information gaps that occur during speed reading.“
Zu ergänzen wäre allerdings, dass hier von einem unvollständigen Schnelllesen (Querlesen/Diagonallesen) ausgegangen wird. Mit Improved Reading trainieren Sie Techniken, mit denen Sie schnell sind und den Text zugleich vollständig erfassen, so dass das Verständnis sogar steigt.
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Über Improved Reading
Improved Reading ist ein seit den 1960er-Jahren entwickeltes Trainingssystem zur Steigerung von Lesetempo und Textverständnis. Die Methode verbindet physisches Blicktraining mit kognitiven Lesestrategien und zielt auf eine flexible, nachhaltige Verbesserung der Leseeffizienz. In Deutschland wird Improved Reading seit 2001 angeboten; mehr als 50.000 Teilnehmende haben an Präsenz- und Onlinekursen teilgenommen. Für die Trainings wurde eine durchschnittliche Steigerung der Effective Reading Rate um den Faktor 2,7 ermittelt; über 80 % der Teilnehmenden verdoppelten ihre ERR mindestens. Angeboten werden Firmenkurse, Präsenz- und Online-Trainings für berufliche Vielleser, Führungskräfte, Hochschulen sowie Wissenschaft und Forschung.
Friedrich Hasse M.A. ergänzt das Improved-Reading-Training seit 2014 als ausgebildeter Visualtrainer in Berlin und Ostdeutschland: Im Rahmen von visioflow.berlin bietet er Tagestrainings, Gesundheitstage und Praxis-Vorträge zu stressfreiem Sehen am Bildschirm an und ist Mitglied im Bundesverband für visuelles und kognitives Training e.V.

