Von Friedrich Hasse  |  in Allgemein

Das Kleingedruckte einfach wegklicken?

Das Wissenschaftsmagazin „Spektrum“ berichtete kürzlich von einem Experiment mit einem fiktiven sozialen Netzwerk, dessen „Kleingedrucktes“ einige sehr merkwürdige Passagen enthielt: So war festgelegt, dass „einerseits der Websitebetreiber jegliche Information mit der inzwischen berüchtigten US-Behörde NSA teilen würde und dass andererseits das fiktive Unternehmen das erstgeborene Kind als Bezahlung für die Nutzung des Internetdienstes erhält“. Jeder, der sich zur Nutzung des Dienstes anmeldete, erklärte sich mit diesen Klauseln einverstanden – de facto waren dies fast alle Nutzer.

Stolze 74 Prozent der Versuchspersonen entschieden sich gar „für die ‚quick join‘-Option, bei der man die Datenschutzerklärung gar nicht erst zu lesen bekam. […] Jene, die das Dokument überhaupt lasen, taten das im Durchschnitt 73 Sekunden – für ein Dokument mit über 7500 Wörtern.“

Nun, die dazu erforderliche Lesegeschwindigkeit von über 6.000 Wörtern pro Minute kann ich keinem Teilnehmer unserer Trainings versprechen, weil sie schlicht unrealistisch ist. Was hingegen schon möglich wäre, ist die konsequente Anwendung unserer „Vorausschau“- oder „Preview“-Technik, bei der es sich nicht um vollständiges Lesen, sondern um ein grobes Sichten größerer Textmengen vorab handelt. Dabei sollten skurrile Paragraphen wie die hier genannten durchaus erkannt werden können.

Viele Leute kennen jedoch nur zwei „Lesestrategien“: entweder sie lesen (gründlich) oder eben gar nicht. Dem Zeitalter der digitalen Informationsflut ist man mit einem solchen Leseverhalten jedoch sicher nicht gewachsen. Entlastend und produktivitätssteigernd zugleich wäre es, unterschiedliche Lesestrategien und -geschwindigkeiten für jeweils unterschiedliche Texte und Lesesituationen zu praktizieren. Trainieren Sie dies mit uns! 🙂