Von Friedrich Hasse  |  in Allgemein

Wissensaufbau: die 5-Stunden-Regel von Benjamin Franklin

Speed Reading Benjamin Franklin

Mindestens zwei Stunden pro Tag verbringt der/die durchschnittliche Büro-Arbeiter/in in Deutschland mit Lesen. Aber wieviel dieser Zeit ist dem Aufbau neuen Wissens gewidmet? Und wieviel davon ist bloß reaktives Lesen, das sich auf die unmittelbaren Tagesaufgaben bezieht?

Vom amerikanischen Erfinder und Staatsmann Benjamin Franklin (1706-90) ist bekannt, dass er fünf Stunden pro Woche mit Lektüre von Büchern verbrachte, die ihn in seiner persönlichen Entwicklung voranbringen sollten. Das wäre im Schnitt also eine Stunde pro Tag für „gehobenes Lesen“ – jenseits von e-Mails, Nachrichten-Portalen, Akten oder anderen „Gebrauchstexten“. Wo könnten Sie in einem Jahr stehen, wenn Sie auf diese Weise jeden Monat mindestens ein bis zwei Fachbücher oder Persönlichkeits-Ratgeber lesen könnten? Erfolgsmenschen wie Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Warren Buffett verschlingen unentwegt Bücher, um innovative Ideen zu entwickeln. Dafür reicht eine normal übliche Lesegeschwindigkeit aber nicht aus: Mit Speed Reading-Techniken können wir uns auch mit begrenztem Zeitbudget eine große Wissensbasis erschließen.

Die Benjamin-Franklin-Methode zielt nicht auf bloß passiven Lese-Konsum ab: Neben dem eigentlichen Lesen dienen die fünf Stunden auch der stillen Reflexion des Gelesenen, am besten auf Basis schriftlicher Notizen. Besonders die Morgen- und Abendnutzen sind geeignet, um sich in Ruhe den konzeptuellen Fragen zu widmen, Ziele zu setzen oder bestehende Arbeitsroutinen zu hinterfragen.

Zum erfolgreich „weiterbildenden Lesen“ gehören schließlich auch praktische Konsequenzen: Die aus dem Lesen gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen reale Veränderungen. Nutzen Sie Ihren erweiterten Wissens-Horizont, um Dinge anders zu machen, Ihre Komfortzone zu erweitern und das abstrakte Wissen durch praktische Anwendungen optimal im Gedächtnis zu verankern.

Wichtig ist, dass die zeitlichen Freiräume für die Buch-Lektüre sicher im Alltag verankert werden. Routinen helfen dabei – z.B. etwas früher aufzustehen, um den Tag mit „substanzieller“ Lektüre zu starten (statt mit dem e-Mail-Account). Die ersten Eindrücke am Morgen begleiten uns oft den gesamten Tag. Und wieviel „nahrhafter“ in geistiger Hinsicht sind doch die klugen Ideen eines begabten Autors anstelle der Routine-Mail eines – noch so geschätzten – Kollegen oder Kunden.

Speed Reading-Techniken ermöglichen Ihnen, die alltägliche Lektüre schneller und effizienter zu bewältigen, so dass mehr Zeit für vertieftes Lesen übrigbleibt. Und gleichzeitig verlieren auch dicke Bücher ihre Schrecken, wenn Sie dabei schneller durchkommen.